Selbst gemachter Holzkitt verschließt Riss

Dies ist ein Nachtrag zum 21. August 2020:

Die Kommode hat einen Wasserschaden erlitten. Dadurch hat sich das Möbelstück stark verformt. Eines der Schäden war ein langer Sprung oder Riss in der Deckplatte.

Die Vorbesitzerin hatte bereits versucht diesen mit einem farbigen Kitt zu dichten, der weder farblich passte, noch sauber aufgetragen war, noch im Holz haften blieb.

Der Kitt erinnerte äußerlich an einen Fliesenfugenkitt, aber dafür war er in Folge zu problematisch, weil zwar wie dieser matt, jedoch kaum vom Holz zu lösen und nicht mechanisch oder mit Wasser abzulösen.

Beim Erwerb war dieser Kitt schon großteils herausgefallen. Ich hatte diesen anschließend vollständig herausgekratzt.

Normalerweise sollen Risse dieser Art mittels eines eingepassten Holzstücks verschlossen werden. Dies ist mir aufgrund meiner nicht vorhandenen Werkstattmöglichkeiten nicht gegeben. Ich habe mich daher gleichfalls entschlossen diesen Riss zu verkitten.

Damit der Kitt sich mit dem Holz verbindet, habe ich den Kitt mittels Holzleim ausgeführt. Ich habe bereits einen Klavierstuhl mit diesem Kitt erfolgreich verkittet und konnte diesen seinerzeit auch problemlos beizen. Im vorliegenden Fall hingegen hatte ich die Mischung verändert und vermute, dass dies Schwierigkeiten bereitet hat.

Selbst gemachter Holzkitt

Verfugung mit selbst gemachtem Holzkitt aus Knochenleim, Gips und Sägemehl

Die Kittmischung im Klavierstuhl hat aus Knochenleim und Gips bestanden und konnte erfolgreich eingefügt werden, hat bis heute keinerlei Risse gebildet und ließ sich hervorragend beizen.
Dieses Mal wollte ich es noch besser machen – auch weil ich das öfters so gelesen habe – und habe der Mischung Sägemehl beigefügt, das ich für diesen Vorgang sogar extra bei amzon gekauft habe. Dieses Mal hingegen ist die Kittmischung nicht mehr so gut ausgefallen, denn sie lässt sich schwer beizen und zudem beginnt sich im Feinbild Rissen zu bilden von denen ich hoffe, dass sie nicht weiter zu Problemen führen werden.

Die neue Kittmischung zeigt feine Risse.

Den nächsten Kitt werde ich wieder ohne Holzmehl anrühren und überprüfen, ob diese Beobachtung zutrifft.

Holzkitt wird mit einem Wattepad abgewischt

In jedem Fall ist diese Kittmischung besser als die von der Vorbesitzerin eingebrachte und lässt sich auch nachträglich – selbst nach Antrocknung – gut mit einem feuchten Wattepad ablösen und versäubern.

Mini-Bügeleisen und Furnierblasen

Dies ist ein Nachtrag vom 21. August 2020:

Auf der Deckplatte der Kommode befand sich eine große Furnierblase.

Furnierblasen entstehen durch Ablösung des Furniers von der Trägerplatte. Dies kann durch Feuchtigkeit geschehen, die tierische Leime wie Haut- und Knochenleim in ihrer Klebekraft beeinträchtigt.
Dies passt auch zur Geschichte der Kommode, die – laut Vorbesitzerin – einen Wasserschaden im Keller erlebt hatte.

Zur Behandlung so einer Furnierblase besteht besteht die Möglichkeit Leim einzuspritzen, doch bevor dies geschieht, sollte zumindest der Versuch unternommen werden den bereits vorhandenen Leim durch Wärme erneut zu aktivieren. Bei tierischen Heißleimen ist dies in der Regel gut möglich.

Mini-Bügeleisen

Mini Bügeleisen als Restauro-Werkzeug

Zur Restaurierung habe ich mir im Internet ein Mini-Bügeleisen besorgt, das für Patchwork-Arbeiten Verwendung findet. Dieses eignet sich ganz hervorragend für feine Restauro-Arbeiten.

Das Mini-Bügeleisen wird nicht so extrem heiß, so dass man direkt auf das Furnier bügeln kann mit Vorsicht und leichtem Druck.

Im vorliegenden Fall hat dies bei der Kommode auch gute Wirkung gezeigt und hat sich das abgelöste Furnier erneut gut anbügeln lassen.

Mini Bügeleisen glättet die Blase im Furnier